Immer wieder werden wir in unserer Chat-Community, via Mail oder in unseren Webinaren gefragt, wie wir das Wechselkursrisiko in unserem Tradingkonto managen, was Anlass genug ist, euch in diesem Artikel unsere Gedanken und Vorschläge zu präsentieren.

Worin besteht das Wechselkursrisiko im Tradingkonto?
Das Wechselkursrisiko in einem Tradingkonto besteht auf verschiedenen Ebenen. Zum einen in der gewählten Kontowährung im Kontrast zu der Währung, in der man die meisten Ausgaben hat, zum anderen im Kontrast zwischen Kontowährung und der Währung der Assets, die man handelt.

Kontowährung richtig wählen
Die Wahl der richtigen Kontowährung bzw. die Wahl der Währung bei der Einzahlung spielt wohl die zentrale Rolle, um das Wechselkursrisiko zu minimieren. Wir raten dazu, die Kontowährung in der Währung zu wählen, in der man auch die meisten Ausgaben hat. Lebt man in Deutschland und hat nahezu alle Ausgaben in Euro, dann macht es in den meisten Fällen Sinn, die Kontowährung in Euro zu nutzen, sofern dies der Broker zulässt.

- Advertisement -

Hat man sich für eine Währung in der Kontoführung entschieden ist das Wechselkursrisiko nicht komplett ausgeschlossen, aber der wesentliche Risikofaktor ist gebändigt.

Darstellung in anderer Währung oder komplette Konvertierung
Es kommt entscheidend darauf an, ob man sich den eingezahlten Betrag lediglich in einer anderen Währung anzeigen lässt oder ob man den eingezahlten Betrag auch tatsächlich vollständig in eine andere Währung konvertiert.

Lässt man sich den Kontostand lediglich in einer anderen Währung anzeigen, dann trägt man weiterhin täglich die Wechselkursschwankungen voll mit. So haben wir in unserem $100K-Echtgeldkonto einen Betrag von 83.300€ eingezahlt, um unter Berücksichtigung des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Wechselkurses die Zielsumme von $100.000 zu erreichen. Wir entschieden uns also für die Kontowährung USD und tätigten unsere Einzahlung in EUR. Durch dieses Vorgehen haben wir derzeit das Wechselkursrisiko, was neben Chancen auch Risiken birgt. Steigt EURUSD, dann profitiert unser Konto davon, fällt EURUSD, leidet unser Konto darunter.

So kam es auch, dass wir direkt nach Einzahlung einen kleinen Buchgewinn von $156 hatten:

Screenshot_2018-05-07_17.22.57

Wir taten dies bewusst, da wir auf eine leichte Erholung im EURUSD spekulieren, was uns einen zusätzlich Gewinn einbringen kann. Letztendlich war dies nichts anderes als ein Longtrade mit einem Standardlot in EURUSD.

Die Alternative ohne jegliche Spekulation wäre es gewesen, den eingezahlten Betrag unverzüglich in voller Höhe in USD zu konvertieren, um von laufenden Wechselkursänderungen in EURUSD nicht tangiert zu werden (außerhalb offener Trades in nicht USD).

Wechselkursrisiko in offenen Trades
Führt man nun einen Trade in einer anderen Währung durch, dann trägt man für die Dauer des Trades dieses Wechselkursrisiko, was in den meisten Fällen aber sehr überschaubar ist. Daraus lässt sich schließen, dass das Risiko mit der Dauer des Trades wächst.

Glücklicherweise sind die Schwankungen in den Wechselkursen um ein Vielfaches geringer als in anderen Assets wie Aktien, Indizes, Futures oder Optionen. So ist eine tägliche Schwankungsbreite bei Aktien von 2% eher als normal zu bewerten, während es bei den Hauptwährungen untereinander eher selten ist, dass die tägliche Schwankung 0,5% übersteigt. Hinzukommt, dass die Wechselkursänderung nicht immer zum eigenen Nachteil geschieht und somit hin und wieder auch einen zusätzlichen Gewinn generiert.

Wie kann ich das Wechselkursrisiko hedgen?
Hedgen kann man das Wechselkursrisiko in offenen Positionen natürlich auch, wobei sich dabei dir Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt. Wie bereits oben erwähnt, fällt die Auswirkung von Wechselkursveränderungen bei relativ kurzer Laufzeit klein aus und kann auch profitabel sein. Doch wie sieht es aus, wenn die Position groß ist und die Anlagedauer lang ist? Bei einem solchen Trade ist die Gefahr des Währungsrisikos nicht von der Hand zu weisen.

Ein Hedge in einem solchen Szenario wäre im Grunde relativ leicht durchzuführen, denn man müsste lediglich den Gegenwert als Währungsposition aufsetzen. Schauen wir uns dies an einem einfachen Beispiel an. Nehmen wir an, wir kaufen Apple Aktien im Wert von $2.000, dann liegt das Risiko darin, dass sich der Wechselkurs EURUSD gegen uns entwickelt. Nehmen wir an, wir haben ein EUR-Konto und halten diese Apple Position im Wert von $2.000, dann können wir einfach für $2.000 short in USD gehen. Sollte sich nun der USD wirklich im Wert verringern (EURUSD steigt), dann verliert die Apple Position an Wert aber gleichzeitig gewinnen wir mit unserer Shortposition in USD, welche den gleichen Gegenwert hat.

Was kostet so ein Hedge?
Die Kosten des Hedges sind die Gebühren für den zusätzlichen Trade und die anfallenden Overnight Costs. Je länger der Trade gehalten wird, desto höher werden diese Kosten ausfallen aufgrund der laufenden Kosten. Diese Kosten sind sehr gering, lohnen sich aber unserer Meinung nach nicht wirklich und wir bevorzugen andere Optionen bzw. nehmen das Währungsrisiko für die Haltedauer in Kauf.

Sollte man das Konto in USD führen, wenn man nur US-Aktien handelt?
Wie wir weiter oben bereits erwähnt haben, sehen wir darin keinen Sinn. Natürlich schließt man auf diese Weise das Wechselkursrisiko oberflächlich komplett aus, aber dies gilt nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem man das Geld auszahlen möchte. Dennoch bleibt dies eine Option für diejenigen, die davon ausgehen, dass der USD gegenüber der einheimischen Währung aufwerten wird.

Nehmen wir an, man zahlt 10.000€ in ein Tradingkonto ein und führt das Konto in USD. Zum Zeitpunkt der Einzahlung steht der Wechselkurs bei 1,2000, was dazu führt, dass man mit einem $12.000 Konto startet. Im Laufe der Jahre entwickelt sich das Konto prächtig und wächst auf $20.000 und der Kontoinhaber entscheidet sich das Konto zu schließen. Der Gewinn beträgt $8.000, was zum ursprünglichen Wechselkurs 6.667€ sind. Nun hat sich in der Zwischenzeit aber der Wechselkurs auf 1,1000 gesenkt. Berücksichtigt man den aktuellen Wechselkurs von 1,1000, dann beträgt der Gewinn sogar 7.273€. Es entstand also ein zusätzlicher Gewinn von 606€.

Wie kann ich Einblick in das Tradimo $100K-Echtgeldkonto erhalten?
Einen Einblick in unser $100K-Echtgeldkonto mit allen Trades, Begründungen und Diskussionen erhältst du, wenn du Tradimo Premium Mitglied bist. Natürlich ist der Einblick nicht das zentrale Thema der Premium Mitgliedschaft, sondern unsere Nanodiplomas, die dich step-by-step deinem Ziel näher bringen ein erfolgreicher Forexhändler, Aktienhändler, Investor, Daytrader oder Optionshändler zu werden. Begleitet wird diese Bildungsreise von Projekten, Webinaren und unserer Chat- und Signal-Community.

- Advertisement -

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.