Eine Antwort zur Headline dieser News ist nicht einfach zu finden, wir versuchen es in diesem Artikel trotzdem.

Definition: Kurzfristiger Optionshandel

Zunächst einmal muss geklärt werden, wie das Wort „kurzfristig“ gemeint ist. Hierbei gibt es grundsätzlich 2 verschiedene Interpretationen: Zum einen könnte kurzlaufende Optionen, also Optionen mit einer geringen Restlaufzeit gemeint sein. Zum anderen könnte man sich lediglich auf die Haltedauer der gehandelten Optionen beziehen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, auf die wir im Folgenden etwas näher eingehen wollen.

Optionen mit geringer Restlaufzeit

Verwendet man Optionen mit einer geringen Restlaufzeit, so erfährt man prozentual betrachtet den größten Zeitwertverfall, was für Optionsverkäufer sehr gut ist und für Optionskäufer sehr schlecht. Beim Handel mit sehr kurzlaufenden Optionen besteht aber eine sehr hohe Gefahr in der Gamma-Sensitivität. Dies betrifft primär die Optionsverkäufer. Da wir in erster Linie Optionsverkäufer sind, um all die Vorteile dieses Handels zu nutzen, wollen wir die Gefahr, die Short Optionen insbesondere in den letzten 7 Handelstagen in sich birgen, möglichst vermeiden. Natürlich gibt es hierfür auch Ausnahmen, wie zum Beispiel gedeckte (covered) Optionen, bei denen das Risiko lediglich im Basiswert liegt.

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Zu Optionen mit geringer Restlaufzeit ist abschließend zu sagen, dass man darauf als Optionsverkäufer eher verzichten sollte. Der nackte Handel mit diesen Optionen ist sowohl als Optionsverkäufer als auch als Optionskäufer eher Zockerei.

Kurzfristige Trades mit Optionen

Anders sieht es aus, wenn wir über Optionstrades mit einer relativ kurzen Haltedauer sprechen. Mit „kurz“ sind nicht wenige Stunden, also Intradaytrading, sondern wenige Tage gemeint. Der weithin bekannte Vorteil des Zeitwertverfalls steht bei diesem Handel nicht im Fokus, sondern die Veränderung der impliziten Volatilität und die Bewegung des Basiswertes in die gewünschte Richtung.

Paradebeispiel für eine geplant kurze Haltedauer sind Newsevents, wie zum Beispiel Zinsentscheide, Pressekonferenzen, Präsentationen, wichtige Reports zu Rohstoffen oder Quartalszahlen von Unternehmen. Beim Handel dieser Events, setzt man als Optionsverkäufer mit verschiedensten Strategien auf einen Verfall der impliziten Volatilität, was sich in einem sinkenden Optionspreis auswirkt. Auf diese Art und Weise kann der Optionsverkäufer seine Optionen günstiger zurückkaufen und macht einen Gewinn. Je nach Strategie spielt es dabei gar keine Rolle, in welche Richtung sich der Basiswert bewegt.

Basis dieses Vorgehens ist es, dass sich die impliziten Volatilität zurückzieht, wenn die News bekannt wird. In anderen Worten: Ist die Unsicherheit groß im Markt, dann ist auch die implizite Volatilität hoch. Weicht die Unsicherheit, dann sinkt die implizite Volatilität.

Das folgende Schaubild zeigt im unteren Bereich die implizite Volatilität von Facebook in:

Man erkennt deutlich, dass sich einmal im Quartal die implizite Volatilität erhöht, um im Anschluss wieder in sich zusammenzufallen.

Es gibt auch noch weitere Anwendungsbereiche für Optionstrades, die man nur kurz halten möchte. Zu nennen sind hier beispielhaft:

  • Absicherung für bestehende Positionen
  • Traden von Spreads mit klar definiertem Risiko
  • Kauf von Optionen mit langer Laufzeit für einen direktionalen Trade, um Margin zu sparen

Tradimo und kurzfristiger Optionshandel

Tradimo verfolgt beim Trading im Echtgeldkonto nur äußerst selten sehr kurzfristige Optionstrades und legt den Fokus eher auf ein entspanntes Trading, was wenig Zeit erfordert. Unsere Optionstrades laufen im Schnitt 2 – 3 Wochen. Wir kombinieren dabei die Vorteile des Optionsverkaufs und profitieren sowohl vom Zeitwertverfall als auch vom Umfeld einer hohen impliziten Volatilität.

Du möchtest mehr erfahren?

Wir wissen, dass diese News viele Fachbegriffe beinhaltet, doch das Thema Optionen ist eine eigene Welt und erfordert relativ viel Wissen, aber es lohnt sich. Mit Optionen kann man in vielen Märkten marktneutrale Strategien anwenden. Machen wir uns nichts vor: Niemand weiß wohin der Markt läuft! Doch das ist überhaupt kein Drama, denn als Optionsverkäufer verdient man Geld, einfach nur weil Zeit verstreicht. So kann man auch Geld verdienen, wenn der Markt gegen dich läuft. Wo ist das sonst möglich?

All das und sehr viel mehr lernst du in unserem Optionstrader Nanodiploma.

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