Hier und da ist in jüngster Zeit immer wieder von einem baldigen Abschwung an den Aktienmärkten zu hören. Wir wollen in diesem Artikel auch gar nicht auf die verschiedenen Quellen, Signale und Indikatoren oder die Intermarket-Analyse eingehen, sondern den Fokus auf einen Hedge legen.

Aktuell haben wir verschiedene Aktienpositionen im Wert von ca. $35.000 in unserem Echtgeldkonto, welche ausnahmslos als langfristige Investments gedacht sind. Ein Hedge derartiger Positionen ist im Grunde nicht notwendig, da wir an den langfristigen Erfolg glauben und auch zwischenzeitliche Kursrückgänge aussitzen können. Betrachtet man allerdings das gesamte Konto, so ist es uns wichtig, keine zu starken Schwankungen im Konto zu erleiden.

Warum wir keine Puts auf Aktien als Hedge verwenden

Natürlich könnte man auch einfach Puts auf einen Aktienindex kaufen, um sich gegen fallende Aktienkurse zu schützen, doch in einem solchen Fall besteht folgendes Problem:

  • Man kann den Zeitpunkt des Kursverfalls schlecht bis gar nicht antizipieren. Es kann also sein, dass die Märkte erst noch eine Weile steigen bevor sie fallen. In einem solchen Szenario verdient man mit dem gekauften Put relativ wenig Geld oder macht sogar Verluste.

Grundsätzlich soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass es dauerhaft keinen Sinn macht sich stets gegen fallende Kurse durch gekaufte Puts abzusichern, da dies stark auf Kosten der Performance geht. Ein gekaufter Put ist quasi eine Versicherung, welche Kosten verursacht.

Warum wir denn VXX als Hedge verwenden

Um den VXX zu verstehen, schauen wir uns zunächst einmal den VIX an. Der VIX zeigt die Implizite Volatilität der Optionen auf den S&P 500. Der Zusammenhang ist wie folgt: Fällt der S&P 500, steigt die Nachfrage nach Absicherungsgeschäften bzw. die Nachfrage nach Optionen. In einem solchen Fall steigt die Implizite Volatilität, was den VIX in die Höhe treibt. Folgende Charts zeigen die Zusammenwirkung sehr deutlich:

Man kann deutlich erkennen, dass der VIX stark ansteigt, wenn der S&P 500 fällt.

Wir entscheiden uns den VXX zu nehmen, welcher wie folgt aussieht:

Die Entwicklung des VIX und des VXX ist keinefalls identisch, aber die Parallelen bei steigenden Volatilitäten sind eindeutig.

Wir haben für unser Echtgeldkonto 10 Call Optionen auf den VXX mit dem Strike 28 gekauft. Sollte der Aktienmarkt nun fallen und der VXX steigt z.B. auf 40, dann haben wir das Recht den VXX zu 28 zu kaufen und am Markt mit Gewinn zu 40 zu verkaufen. Dies würde einem Gewinn von $12.000 bedeuten. Bleibt der VXX in den nächsten 30 Tagen unter 28, dann verlieren wir die gezahlte Prämie von $740 (bei 10 Stück), was 0,6% unseres Konto bedeutet.

Alternative zu VXX Calls

Alternativ hätte man auch einen Bull Put Spread verkaufen können. Die Prämieneinnahmen des Bull Put Spreads könnten dann die Ausgaben für die Calls finanzieren. Dieses Vorgehen würde zu geringeren Ausgaben bzw. Verlusten führen, wenn der VXX seitwärts läuft oder leicht fällt. Nachteil ist aber, dass die Verluste größer sind, wenn der VXX stärker fällt. Ein Auszahlungsprofil könnte wie folgt aussehen:

Im Gegensatz zu den gekauften Calls verliert man nun erst am Laufzeitende Geld, wenn der VXX unter 22 liegt. Sollte der VXX jedoch unter 20 fallen, liegen die maximalen Verluste bei $1.920 (bei 10 Stück), sofern man nicht im Vorfeld eingreift.

Nachmal: Wir machen diesen Trade nicht, weil wir mit den Calls Geld verdienen wollen, sondern weil wir unsere Longpositionen in den Aktien schützen wollen.

Optionshandel leicht gemacht

Uns ist bewusst, dass sicherlich die Mehrheit der Leser diesen Artikel nicht vollumfänglich verstanden hat, da die Thematik Optionshandel leider ein Schattendasein fristet. Doch bei Tradimo kann man alles zum Optionshandel erlernen, denn wir haben speziell zu diesem Inhalt ein komplettes Ausbildungsprogramm erstellt, welches du dir hier anschauen kannst.