In diesem Artikel wollen wir dir unsere Trading- und Money Management Regeln für das $100.000 Echtgeldkonto aufzeigen, um noch mehr Transparenz zu bieten und dich dazu zu animieren, ebenfalls feste Regeln für das Führen eines Portfolios niederzuschreiben.

Warum braucht man Regeln für das Führen eines Tradingkontos?

Das Wort Regeln assoziieren viele Menschen mit Einschränkungen und es ist negativ behaftet, doch Regeln haben durchaus auch positive Aspekte und können hilfreich und förderlich sein. Wir haben für unser $100.000 Echtgeldkonto Regeln festgesetzt, um uns und das Konto zu schützen.

Warum schützen uns Regeln?

Wir werden durch einen festen Ablauf bei einzelnen Trades geschützt, indem wir nicht allein handeln können und auch unsere Trades rechtfertigen müssen. Dies geschieht durch ein Abstimmen über einzelne Trades und eine „Gleichverteilung der Schuld“, wenn ein Trade schlecht läuft.

Warum schützen Regeln das Tradingkonto?

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Das Tradingkonto wird dadurch geschützt, dass niemals ein Trader ohne Zustimmung eines weiteren Traders einen Trade allein durchführen kann. Dies wird durch eine lückenlose Dokumentation gewährleistet und kann im Nachgang jederzeit überprüft werden. Dieser Vorgang bewahrt das Konto über Fehlern einzelner Trader, welche aufgrund von Eile oder durch schlichte Flüchtigkeitsfehler passieren könnten.

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Wie sehen die konkreten Regeln für das $100.000 Echtgeldkonto aus?

Für unser Portfolio haben wir insgesamt 8 Regeln festgelegt, welche allesamt zum Schutz des Kontos und der Dokumentation dienen sollen:

#1 1% Risiko pro Trade

Wir setzen nur Trades auf, dessen Verlust 1% des Tradingkontos nicht übersteigt. Dies bedeutet auch, dass wir wir das Gesamtrisiko bei Trades in denen wir mittels Scaling-In mehrere Positionen eröffnen wollen, für 1% kalkulieren.

Bei neuen Trades achten wir stets darauf, dass wir kein allzu hohes Clusterrisiko haben. Sollten wir mehrere gute Spots in einer Branche oder mit besonders hoher Korrelation haben, dann setzen wir das Einzelrisiko pro Trade herab.

Ausnahmen für Regel #1

2 Ausnahmen existieren:

  1. Sollte sich ein besonders guter Spot ergeben, aber die Tradeidee erfordert mehr als 1% Risiko, dann müssen 3 Trader einverstanden sein.
  2. Eine weitere Ausnahme stellen unsere langerprobten und monatlich aufzusetzenden Butterfly-Strategien dar, die grundsätzlich etwas mehr als 1% riskieren

#2 Futures – Letzter Handelstag

Wenn Futures gehandelt werden sollen, dann ist unbedingt auf die effektive Restlaufzeit des Futures zu achten. Da wir keinen Futures im Depot haben wollen, der nur noch 7 Handelstage hat, ist der gewählte Kontrakt von großer Bedeutung.

Einfaches Beispiel: Der Futures Kontrakt auf WTI Crude (CL) mit der Laufzeit September hat seinen effektiv letzten Handelstag am 17. August, demnach wollen wir ihn spätestens am 10. August glattstellen. Dieser Fakt wirkt sich stark auf die Wahl des richtigen Kontrakts aus.

#3 Monatliches Team-Meeting

Um auf Veränderungen der Märkte angemessen zu reagieren haben wir nahezu täglich einzelne Gespräche, die meistens zwischen Matthias D. und Matthias K. stattfinden, dennoch ist es unserer Meinung nach essentiell, dass auch weitere Trader in unserem Team einmal im Monat über den aktuellen Stand und die Entwicklung informiert werden. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil dadurch Feedback gegeben wird und neue Ideen und Impulse geschaffen werden können.

#4 10% Regel

Die 10%-Regel besagt, dass wir in keiner Position mehr als 10% unseres Kapitals in Margin binden wollen. Somit beschränkt und schützt uns die 10%-Regel vor zu großen Positionen und somit indirekt vor zu großen Risiken.

Einfaches Beispiel: Angenommen wir wollten 4 Futureskontrakte auf WTI (CL) kaufen, aber die Margin beträgt $11.000, dann können wir nur 3 Kontrakte kaufen, um die 10%-Regel nicht zu verletzen.

#5 30% Regel

30% des Kontos dürfen maximal für Aktien verwendet werden, wobei der Nominalwert und nicht die Margin entscheidend ist. Aktuell haben wir Aktien im Wert von ca. $27.000 im Portfolio, was im Einklang zu dieser Regel steht.

Ähnliche Regeln haben wir für andere Finanzinstrumente nicht, da wir in anderen Assets auch Short gehen. Die 30%-Regel betrifft nur die Long-Investments unserer Aktien, die wir langfristig halten wollen.

#6 60% Regel

Die 60%-Regel schützt unser Konto, indem wir maximal 60% des Kontostandes als Margin hinterlegen wollen. Der Grund für dieses Vorgehen ist ganz einfach: Wir wollen reagieren können, wenn es an den Märkten turbulent wird. Das geht nur, wenn man noch Margin zur Verfügung hat und handlungsfähig ist. Aktuell liegt unsere Marginauslastung bei ca. 35%.

#7 4-Augen-Prinzip

Das 4-Augen-Prinzip dürfte jedem ein Begriff sein und das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich bewährt hat. Auch wir verfolgen bei Tradeentscheidungen dieses Prinzip. Kein Trader darf vollkommen alleinständig einen Trade durchführen. Er benötigt immer eine weitere Zustimmung von einem zweiten Trader, wobei der Kreis der Bevollmächtigten begrenzt ist. Erst wenn ein zweites „GO“ gegeben wurde, kann der Trade durchgeführt werden.

#8 Dokumentation

All unsere Trades werden dokumentiert und somit auch die Verantwortung, die in Regel #7 festgeschrieben steht. Die Dokumentation eines Trades folgt einer festgelegten Reihenfolge:

  1. Tradevorschlag und Diskussion
  2. GO einer Person
  3. GO einer zweiten Person
  4. Durchführung des Trades (es kann auch eine Pending Order gesetzt werden)
  5. Nummerierung des Trades, sofern er getriggert wurde
  6. Bekanntgabe in Slack (unsere Signal- und Chat-Community für Premium Mitglieder)
  7. Management des Trades

Jeder Trade kann im Nachgang nachvollzogen werden, wodurch wir auftretende Fehler in Zukunft vermeiden können.

Macht es Sinn Regeln für kleinere Konten festzusetzen?

Die Antwort lautet ganz klar JA. Es ist sehr sinnvoll einige der bei uns verwendeten Regeln auch bei kleineren Konten anzuwenden. Regeln bezüglich der Kontoauslastung und Aufteilung nach Assets sind immer von Vorteil und eine Missachtung oder gar das Ignorieren dieser wesentlichen Grundlagen, kann schnell zu Problemen führen, die man leicht hätte vermeiden können. Natürlich kannst du nicht das 4-Augen-Prinzip nutzen, wenn du das Konto allein führst, aber du kannst dir z.B. vor unsicheren Trades eine Zweitmeinung einholen.

Wie kann ich die Trades des $100.000 Echtgeldkontos verfolgen?

Am einfachsten kann man die Trades in unserer Chat- und Signal-Community in Slack verfolgen. Dieser Service steht Premium Mitgliedern kostenlos zur Verfügung.

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