Wir wollen in diesem Artikel einen Rückblick auf 2020 werfen und schauen uns an, was das Jahr prägte und wer die Gewinner und Verlierer waren. Natürlich darf ein Blick auf unser Echtgeldkonto nicht fehlen. Im letzten Teil riskieren wir den Blick voraus und spekulieren auf einige wenige Spots, die vielversprechend sind.

Corona prägt 2020

Zum Jahreswechsel standen Finanzmärkte noch unter vollem Druck, der von den Handelsbeschränkungen und Zöllen seitens der USA und China wirkte. Das Highlight des Jahres schien die US-Wahl zu sein. Doch dann kam alles anders. Bereits im Februar breitete sich das Coronavirus in Norditalien aus und beeinflusste zunehmend die Finanzmärkte. Zwar kursierte der Virus bereits zum Jahreswechsel in China, doch die Angst war lokal stark begrenzt und somit auch die Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte.

Von Ende Februar bis Mitte März fielen die Aktienmärkte auf breiter Front in einem Tempo und einer Heftigkeit, die selbst in den größten Finanzkrisen seines Gleichen suchte. Die Panik erreichte ein Niveau, was historisch war.

S&P500

S&P500 2020

Der S&P500 fiel in nur 22 Handelstagen um mehr als 36%. Dieser Kursverfall konnte in seiner Schnelligkeit selbst 1987 und 2008 nicht erreicht werden.

VIX

Volatility 2020

Die Panik im Markt, die sich indirekt am Volatilitätsindex VIX ablesen lässt, schnellte innerhalb von 22 Handelstagen um über 550% in die Höhe. Als Optionshändler begann in diesen Tagen die goldene Zeit, denn man konnte unfassbare hohe Prämien kassieren.

Echtgeldkonto 2020

Unser Jahr begann träge und wir konnten bis zum Coronacrash leicht zulegen. Aber dann erwischte es uns auch deutlich, wenngleich nicht ganz so heftig, wie viele Aktienindizes und Hedgefunds. Unser Drawdown betrug ca. 25% während der Markt wie oben zu sehen 36% abgab.

Real money account 2020

Unser Echtgeldkonto konnte seit Jahresstart ca. 50% zulegen und seit dem Drawdown sogar 88%. Natürlich wäre es uns auch lieber gewesen, wenn wir ohne Drawdown 50% Performance gemacht hätten. Nichtsdestotrotz sind wir sehr stolz in so einem komplizierten Jahr 50% Rendite erwirtschaftet zu haben.

Gewinner und Verlierer 2020

Die außergewöhnlichen Umstände des Jahres 2020 veränderte das Alltagsleben in vielen Bereichen und das oftmals sogar nachhaltig. So hat sich insbesondere das Arbeitsleben dahingehend verändert, dass Home-Office wahrscheinlich in Zukunft wesentlich leichter umzusetzen sein wird, da viele Arbeitgeber dies mehr und mehr fördern. Dieser Prozess führte dazu, dass Gewerbeimmobilien und Dienstreisen weniger im Fokus stehen. Dem gegenüber stehen Lösungen, die das Home-Office pushen. Hierzu zählen Essenslieferanten, Meeting-Software oder Mietwagenanbieter.

Gewinner 2020

Wie bereits erwähnt zählen Anbieter, die Home-Office pushen stark im Fokus der Anleger. So ist es nicht verwunderlich, dass Aktien wie Amazon oder HelloFresh stark gestiegen sind.

Amazon 2020

Amazon 2020

Seit Ausbruch der Coronakrise konnte der Onlinehandelriese Amazon in der Spitze um über 60% zulegen.

HelloFresh

HelloFresh 2020

Der zunehmend immer beliebter werdende Lieferant von Essensboxen zum Selberkochen boomt regelrecht und kommt aktuell nicht mit den Bestellungen nach. Auch die Aktie kämpft sich von Allzeithoch zu Allzeithoch und legte seit dem Ausbruch von Corona um über 220% zu.

Verlierer 2020

Die Verlierer von 2020 werden sehr wahrscheilich auch weiterhin underperformen, da nicht absehbar ist, wie sie die ausgebliebenen Umsätze aus 2020 jemals wieder nachholen können. Zu den Verlierern gehören neben der Veranstaltungsbranche zum Beispiel die Luftfahrt- und Touristikbranche.

American Airlines

American Airlines 2020

In der Spitze fiel American Airlines um über 70%. Die Erholung geht sehr schleppend voran und es bleibt sehr ungewiss, wann die Kursstände von Anfang Februar wieder erreicht werden können.

Carnival Cruises 

Die Touristikbranche hat es hart erwischt. Der Kreuzfahrtanbieter Carnival Cruises fiel in der Spitze um über 85% und bis zu alten Höhen ist es noch ein sehr weiter Weg. Wir meiden die Toursistikbranche auch im kommenden Jahr, da sehr ungewiss ist, wann die Pandemie trotz Impfstoffes ihr Ende findet.

Besonderes 2020

Das Jahr 2020 hielt natürlich auch wieder ganz besondere Ereignisse und Schwarze Schwäne bereit. An erster Stelle zu erwähnen ist das historische Rekordtief des Ölpreises der Sorte WTI. Der Preis für ein Barrel Öl im Maikontrakt fiel ins Negative! Ja richtig gelesen, der Ölpreis war negativ, da keiner mehr Öl haben wollte.

Maikontrakt im Öl der Sorte WTI

CL May 2020

Ein Preis kommt immer durch Angebot und Nachfrage zustande. Wenn allerdings niemand mehr das Produkt haben will, dann sind die Anbieter, die das Produkt unbedingt loswerden müssen, bereit, sogar etwas dafür zu zahlen. Dieser einmalige Umstand kam dadurch zustande, dass die Lagermöglichkeiten erschöpft waren und das Laufzeitende und somit der Lieferzeitpunkt erreicht war.

Bitcoin 2020

Der Bitcoin erreichte in den letzten Tagen sein Allzeithoch und konnte vom Jahrestief kräftig an Wert gewinnen:

Bitcoin 2020

Tradimo hält sich weiterhin aus dem Trading von Kryptowährungen heraus, da die Bewegungen oftmals irrational sind.

US-Wahl

Das eigentliche Ereignis des Jahres rückte in den Hintergrund, soll aber dennoch Erwähnung in unserem Jahresrückblick finden. We don’t stop the count 😉

Im Vorfeld der Wahl stand Biden lange Zeit in den Prognosen als klarer Sieger fest, doch eine unglückliche Aussage im letzten TV-Duell brachte alles nochmal ins Wanken und der Wahlausgang war sehr unsicher. Viele Geschäftsinhaber und Hausbesitzer sicherten ihre Gebäude wie bei bevorstehenden Wirbelstürmen, da sie Unruhen befürchteten. Glücklicherweise kam es nicht dazu und der Wahlsieger stand 4 tage nach der Wahl fest: Joe Biden.

Die Börsen reagierten mit abnehmender Panik und und Zuversicht. Die Volatilitäten sanken, was auch zu einem großen Teil die Gewinne in unserem Echtgeldkonto antrieb.

Ausblick 2021

Wir rechnen auch in 2021 mit einem Jahr erhöhter Volatilität, was vielen unserer trades zu Gute kommen wird. Sollte es erneut zu Volaspikes kommen, werden wir unsere angepeilte Jahresrendite von 40% erreichen. Produkte, die dann im Fokus stehen sind VIX-Spreads und der VXX, gegebenenfalls noch der UVXY.

Potentielle Gewinner

Als potentielle Gewinner in den Aktien sehen wir weiterhin Anbieter, die das Home-Office unterstützen, aber auch Aktien aus dem Onlinehandel. Neben Aktienwerten warten wir seit geraumer Zeit auf gute Spots in den Getreidemärkten. Dort wollen wir einige Shortpositionen eingehen, wenn das Umfeld stimmt.

Potentielle Verlierer

Als Verlierer erwarten wir die Aktien, die bereits 2020 enttäuscht haben. Wenn wir von Verlierern sprechen, müssen dies nicht negative Aktienkursverläufe sein. Es ist eventuell besser von Underperformern zu sprechen. Zu diesen Werten dürften auch 2021 Titel aus der Touristik- und Luftfahrtbranche zählen.