Hedging ist ein Thema mit dem sich fortgeschrittene Anfänger oftmals beschäftigen. Wir wollen in diesem Artikel klären, ob und wann es sinnvoll ist, sich mit dem komplexen Thema Hedging näher zu beschäftigen.

Was ist Hedging?

Hedging kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Schutz. Man möchte seine bestehenden Positionen schützen. Dies kann direkt beim Aufsetzen des Trades geschehen oder im Nachhinein. Hedging ist immer mit Kosten verbunden. Entweder zahlt man direkt einen Betrag, so zum Beispiel beim Kauf einer Option die Optionsprämie oder man zahlt indirekt Geld, indem man die Gewinne der ursprünglichen Position beschneidet.

Klassische Hedge mit Optionen

Ein klassischer Hedge mit Optionen, sieht wie folgt aus:

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  • Stell dir vor du bist long in EURUSD und möchtest dich gegen fallende Kurse absichern. Dann kannst du dies mit einem gekauften Put auf EURUSD machen. Dieser Put kostet Geld, die sogenannte Optionsprämie. Steigt EURUSD nun weiter, dann verdienst du in deiner ursprünglichen Position Geld, verlierst aber die gezahlte Optionsprämie. Fällt EURUSD nun aber, dann hast du mit deiner Put Option das Recht EURUSD zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen.
  • Stell dir vor du bist short in EURUSD und möchtest dich gegen steigende Kurse absichern. Dann kannst du dies mit einem gekauften Call auf EURUSD machen. Dieser Call kostet Geld, die sogenannte Optionsprämie. Fällt EURUSD nun weiter, dann verdienst du in deiner ursprünglichen Position Geld, verlierst aber die gezahlte Optionsprämie. Steigt EURUSD nun aber, dann hast du mit deiner Call Option das Recht EURUSD zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen.

Konkrete Zahlenbeispiele für Hedging mit Optionen

Nehmen wir an, du bist bei 1,1188 long in EURUSD und möchtest dich zur gleichen Zeit gegen fallende Kurse absichern und kaufst einen Put, dann kostet dieser Put mit einem Strike von 1,1175 (Recht zu diesem Wert zu verkaufen) bei einer Laufzeit von 17 Tagen ca. $360. Fällt EURUSD jetzt auf 1,1000 oder gar auf 0,9000, dann hat der Käufer dieses Puts das Recht, EURUSD zu 1,1175 zu verkaufen.

Selbstverständlich sind auch andere Strikes und Laufzeiten verfügbar und können frei gewählt werden.

Warum nicht einen normalen Stop Loss verwenden?

Es gibt absolut nichts gegen das Setzen eines normalen Stop Losses zu sagen. Im Gegenteil, er kostet überhaupt nichts. Dennoch gibt es gewisse Nachteile gegenüber einer Option als Schutz:

  • Ein Stop Loss wird ausgelöst, wenn das Stop Loss Level erreicht wird. Entwickelt sich die Position anschließend wieder in die gewünschte Richtung, so partizipiert man davon nicht mehr.
  • Ein Stop Loss kann gerade in heftigen Marktphasen so einem erhöhten Spread und zu hoher Slippage führen. Der gewünschte Stop Loss Kurs ist nicht garantiert.
  • Gaps, wie sie am Wochenende auftauchen können, führen zu einer deutlich schlechteren Ausführung (indirekt hohe Slippage).

Für wen lohnt sich ein Hedge mit Optionen

Grundsätzlich ist davon abzuraten, all seine Positionen ständig zu hedgen. Es gilt viel mehr gezielte Spots und Newsevents heranzuziehen, um aktiv Optionen als Hedge zu erwerben.

Hedging mit Optionen ist nur sinnvoll für:

  • große Konten, die mit echten Optionen auch echte Futureskontrakte hedgen können
  • Positionen, die in der Regel eine längere Laufzeit anstreben. In sehr wenigen Fällen können auch Intradaypositionen mit gekauften Optionen geschützt werden.

Kleine Konten mit Optionen hedgen

Da man mit einer Option immer einen kompletten Futureskontrakt abdeckt und nicht nur Bruchstücke davon, kann man Optionen als Hedginginstrument nur mit großen Konten handeln. Angenommen, du handelst CFDs auf EURUSD und hast eine Positionsgröße von 4 Minilot, also 0,4 Lot, dann entspricht dies nur 40% eines kompletten Lots. Möchtest du nun eine Option zum Hedge kaufen, dann überhedgt du dich und baust ein zusätzliches Risiko auf.

Andere Varianten des Hedgings

Es gibt auch zahlreiche andere Möglichkeiten Positionen zu hedgen. Dabei müssen es nicht immer Optionen sein und es können auch Positionen in kleineren Konten, welche mit CFDs handlen, geschützt werden. An dieser Stelle würde die Länge des Artikels aber den Rahmen sprengen und wir haben aufgrund gezielter Nachfragen unserer Premium Mitglieder in diesem Artikel den Fokus auf die Thematik Hedging mit Optionen im Währungshandel gelegt. Dennoch wollen wir mit zwei Stichworten zum Nachdenken anregen:

  • korrelierende Positionen
  • Verkauf von Optionen
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