Streubesitz

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    Was ist Streubesitz?

    Streubesitz (engl. free float) ist ein Begriff aus dem Aktienhandel. Er bezeichnet den Anteil frei handelbarer Aktien eines börsennotierten Unternehmens.

    Es ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Aktien in Streubesitz auch jederzeit aktiv am Markt gehandelt werden, da viele Trader Aktien als Langzeitinvestition kaufen.

    Ein Unternehmen, das beispielsweise 1 Million Aktien ausgegeben hat, davon jedoch 40.000 als Privatbesitz von geschäftsführenden Familienmitgliedern zurückhält, würde eine Marktkapitalisierung von 96 %, d. h. 960.000 Aktien, in Streubesitz haben.

    Wenn anstatt „Free Float“ (dt. Streubesitz) der Begriff „Float“ unabhängig benutzt wird, kann damit die gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens gemeint sein.

    Wie beeinflusst ein begrenzter Streubesitz das Trading?

    Gewöhnlich ist die Volatilität einer Aktie umso geringer, je größer der Streubesitz ist. Der Grund dafür ist, dass mehr Trader die Aktie kaufen oder verkaufen, wenn die Anzahl der Aktien in Streubesitz größer ist. In diesem Fall beeinflusst eine geringe Trading-Aktivität den Kurs nicht übermäßig.

    Dahingegen weist der Kurs von Unternehmen mit einer geringeren Anzahl an Aktien in Streubesitz wahrscheinlich größere Kurssprünge auf, da mit wenigen Trades der Kurs stark beeinflusst werden kann.

    Ein extremes Beispiel dafür ist eine Situation, in der der Streubesitz geringer ist, als die von einem einzelnen potentiellen Käufer gehaltenen Optionen. Wenn der Optionsnehmer seine Optionen ausübt, dann muss der Optionsgeber diese aus dem sehr geringen verfügbaren Streubesitz kaufen.

    Genau das passierte im Oktober 2008, als Porsche versuchte, Volkswagen zu übernehmen. Der Streubesitz der Volkswagenaktien befand sich unter 5 % und Porsche übte eine Vielzahl seiner Optionen aus. Die dadurch entstandene Kursspitze der Volkswagenaktien machte diesen deutschen Autohersteller für kurze Zeit zum wertvollsten Unternehmen gemessen an der Marktkapitalisierung.