Grexit – Eurozone ohne Griechenland

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    Was ist Grexit?

    Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wird Grexit genannt.

    Was sind die Auswirkungen eines Grexits? Wie werden Aktien, Anleihen und Währungen beeinflusst?

    Wenn ein Land die Eurozone verlässt, wird dies als negativ für die Eurozone erachtet und wirkt sich kurzfristig negativ auf die Währung aus.

    Die Aktienkurse der Unternehmen in einem Land, welches die Eurozone verlässt, werden beeinträchtigt:

    • Unternehmen, die stark vom Import abhängig sind, spüren einen Austritt negativ, weil sie die Güter in der Regel teurer kaufen müssen als dies zuvor der Fall war.
    • Exporteure hingegen erhalten die Möglichkeit die heimischen Güter nun „billiger“ zu verkaufen und erleben einen unverhofften Push.

    Gleichzeitig sind die Einflüsse auf die Finanzmärkte schwer zu bestimmen und mit viel Unsicherheit behaftet. Dieser Umstand führt dazu, dass viele Bürger ihr Geld in sogenannte „Sichere Häfen“ (save havens) umschichten, so z.B. in Länder oder Vermögenswerte, die als krisensicher gelten.

    Andere Länder, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, werden ansteigende Anleiherenditen zu verzeichnen haben, d.h. sie können sich zukünftig nur zu einem höheren Preis Geld von Dritten leihen, weil die Gläubiger für ihr erhöhtes Risiko eine höhere Rendite fordern.

    Nicht weniger bedeutend sind die Beschränkungen, die seitens der Banken, vorrangig der Zentralbank, vorgenommen werden. So kann es zu Bankschließungen kommen oder Auszahlungslimite werden festgelegt. Aber auch weitergehende Kapitalverkehrskontrollen, wie das Verbot von Zahlungen ins Ausland sind zu erwarten. Diese Maßnahmen sollen einen Bank-Run vermeiden und die Kapitalflucht unterbinden. Als Folge solcher Restriktionen könnten Cryptowährungen an Wert gewinnen.

    Was bedeutet ein Grexit für Trader?

    Ein Grexit könnte bewirken, dass:

    1. die Einheitswährung geschwächt wird, in diesem Fall der Euro;
    2. die Anleiherenditen der Länder steigen, die ähnlich gefährdet sind, in diesem Fall Spanien, Portugal, Italien und Irland;
    3. die Anleihenkurse der sicheren Länder steigen, so z.B. Deutschland, USA;
    4. sichere Häfen gesucht werden, so z.B. Gold, Schweizer Franken (CHF);
    5. griechische Aktienkurse fallen; und
    6. der Wert von Cryptowährungen wie Bitcoins (BTC) steigt (Misstrauen gegenüber Zentralbankgeld).

    Was können Menschen tun, um sich vor den negativen Konsequenzen eines Grexit zu schützen?

    Menschen mit Spareinlagen, Aktien oder Immobilienanlagen in Euro müssen befürchten, dass der Wert, aufgrund der Abwertung der Einheitswährung, sinkt.

    Die Vermögenswerte der griechischen Bürger werden u.U. plötzlich in einer eigenen Währung, die einen geringeren Wert als die Einheitswährung hat, gepreist, so z.B. die griechische Drachme.

    Um diesen Effekt etwas abzumildern, könnten sie eine sogenannte Shortposition im Euro eröffnen, als Beispiel im EUR/USD. Wenn der Wert des Euro aufgrund des Grexits fällt, dann wird dieser Trade Profit generieren. Dieser Gewinn kann ganz oder teilweise die Verluste der anderen Vermögenswerte ersetzen.

    Alternativ, oder in Ergänzung, könnten Investments in Gold oder Cryptowährungen im Wert steigen, dasselbe gilt für kurzfristige Investments in Anleihen von als sicher geltenden Ländern.

    Andere wiederum meinen, dass Shortpositionen in griechischen Aktien oder im griechischen Aktienindex eine gute Idee sind. Jedoch kann es sehr schwierig sein, solche riskanten Trades zu platzieren, zumal u.U. verschiedene Bedingungen das Leerverkaufen von Aktien unterbinden könnten.

    Einige Experten nutzen die Volatilität in diesem Marktumfeld aus, um vom starken Anstieg der Volatilität zu profitieren, dabei ist es ihnen egal in welche Richtung es geht.

    Wie bei allen Aktivitäten an den Finanzmärkten, so wird es auch in solch vermeintlich einfachen Situationen Risiken geben, die teilweise immens sind. So wird auch hier empfohlen, sich im Vorfeld mit diesen Risiken auseinanderzusetzen und Traden zu lernen, bevor man handelt.

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