Was ist los mit Fiat und Renault?

Die beiden großen Autobauer ziehen sich weiter an. Fiat Chrysler Automobiles NV hat eine Fusion mit Renault SA vorgeschlagen. Wird der Deal von der Bühne gehen? Was hat das zur Folge?

Was ist wichtig?

Grundsätzlich

Die Welt verändert sich und die Automobilindustrie ist der Ort, an dem jeder die Veränderung mit bloßem Auge erkennen kann. Der Trend geht erkennbar hin zu elektrischen Fahrzeugen und selbstfahrenden Autos. Um sich anpassen zu können brauchen die Auto-Konzerne ausreichende Ressourcen – daher kommt der Wunsch zur Fusion. Zu zweit ist es außerdem leichter, den Herausforderungen beim Carsharing zu begegnen.

Für Investoren

Bisher wissen wir, dass Fiat einen 50:50 Besitz mittels einer niederländischen Dachgesellschaft vorgeschlagen hat. Renault-Aktionäre, die französische Regierung inklusive, würden dabei einen implizierten Rabatt von 10% erhalten.

Sowohl die französischen als auch die italienischen Behörden stünden einer Fusion positiv gegenüber. Fiat und Renault wären in der Lage, ihre Marken jeweils zu ergänzen und eine Produktpalette für alle Preisklassen aufzustellen. Zusätzlich würden sie sich gegenseitig neue Marktzugänge zur Verfügung stellen. Den Firmen zufolge soll der Wert der Zusammenarbeit jährlich mehr als 5 Milliarden Euro betragen – die Fusion würde sie außerdem zum drittgrößten Autohersteller weltweit befördern.

Es sind auch andere Autofirmen vom wahrscheinlich stattfindenden Deal betroffen. Nissan und Mitsubishi haben starke Bindungen zu Renault. Fiat behauptet, dass auch diese Firmen von der Fusion profitieren würden – auch wenn die japanischen Firmen abhängiger von der größen Einheit würden.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass obwohl noch nichts entschieden wurde ein sehr großes Interesse an dem Deal von seiten der europäischen Firmen besteht. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Geschichte sehr wohl Beispiele von gescheiterten Fusionen kennt. Erinnern Sie sich an die geplante Fusion von Daimler und Chrysler? Fiat und Renault haben allerdings mehr gemeinsam als Daimler und Chrysler – dennoch ist es schwer eine Vorhersage zu machen ob die Firmen in Zukunft gut zusammenarbeiten oder nicht.

Für Trader

Die Aktien von Fiat und Renault freuten sich beide zweistellig nach Bekanntgabe der News. Die Aktie von Renault war in einem Abwärtstrend seit März 2018. In 2019 konsolidierte der Preis in einem Keil, brach aber dann nach unten aus. Die Fusions-Nachrichten lösten eine bullische Lücke aus, ein Anstieg über die 59.50 würde das charttechnische Bild bessern. Der Abwärtstrend würde aber nur dann enden, wenn die Aktie über die 64,50 steigt.

The weekly chart of Renault
Renault, weekly chart

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