Was ist geschehen?

Am 29. Oktober 2018 gab es den ersten Zwischenfall mit der Boeing 737 Max 8, der alle Insassen tötete. Am 10. März 2019 folgte der zweite Unfall mit dem gleichen Flugzeug – wiederum starben alle Insassen. Die meisten Länder, inklusive der amerikanischen FAA (Federal Aviation Administration) haben daraufhin das Flugzeug von der Teilnahme am Luftverkehr verbannt. Die Aktie von Boeing fiel daraufhin 10% und wartet noch immer auf einer Erholung.

Warum ist das wichtig?

Grundsätzlich

Versuchen wir zunächst zu verstehen, was es mit Boeing und den Gründen für die Stilllegung der 737 Max 8 auf sich hat. Nach dem ersten Crash wurden umfangreiche Ermittlungen unternommen. Die europäische Luftfahrtbehörde fand heraus, dass eine spezielle Software die den Abflugswinkel reguliert, fehlerhaft war. Sie regelte den Winkel herab und steuerte das Flugzeug in den Boden, obwohl das Flugzeug waagerecht flog. Das führte zu dem Absturz, kurz nachdem das Flugzeug abhob.

Obwohl es einige Kontroversen über die Bauweise der 737 Max 8 gibt ist es sehr wahrscheinlich, dass die Flugverbote nach Behebung des Softwareproblems aufgehoben werden. Einem Statement der FAA zufolge ist das Flugzeugmodell bereits im Dezember wieder in der Luft.

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Da Boeing die Produktion der 737 Max zurückfährt, zurückgezogene Bestellungen und mehrere Gerichtsverhandlungen um die Ohren hat, werden die Quartalszahlen des zweiten Quartals vermutlich gedämpfter ausfallen als die, des ersten Quartals. Richtet man seinen Blick jedoch auf das große Ganze, so hat Boeing nach wie vor ein sehr solides Geschäftsmodell.

Zum einen teilt sich Boeing bei der Flugzeugherstellung ein Duopol mit Airbus, beide Hersteller bedienen 99% des weltweiten Airliner-Markts. Zum anderen hat Boeing einen Rückstand in der Produktion von 5522 Flugzeugen. Das sind 7 Jahre von Boeings Produktionsleistung 2018. Die 737 Max macht 80% dieser Bestellungen aus, allerdings haben nur wenige Firmen angekündigt ihre Bestellung zu reduzieren. Das zeigt das große Vertrauen, das das Unternehmen bei Kunden genießt. Des weiteren hatte Boeing vor dem Crash einen stetig wachsenden Gewinn pro Aktie und aktuell einen eher fairen Preis – zudem ein weit kleineres KGV (20) als Airbus (34).

Boeing, Gewinn je Aktie:

Das KGV von Boeing und Airbus in den letzten 6 Monaten:

Grundsätzlich besteht das größte Risiko darin, dass es einen weiteren Zwischenfall mit den Maschinen gibt und diese auf unbestimmte Zeit am Boden bleiben. Mit einem Anteil von 80% bei den Bestellungen wäre das eine große Anzahl an Flugzeugen und verlorenen Aufträgen. Nichts desto trotz ist es unmöglich, dass Boing in nächster Zeit von Airbus übernommen wird. Airbus selbst hat ein volles Bestellbuch mit 7357 Flugzeugen, das entspricht 9 Jahre Arbeit gemessen an der Produktionsleistung von 2018. Das sollte Boeing genug Zeit geben, eine Lösung zu entwickeln – sollten sich die Dinge maximal negativ entwickeln.

Für Trader

Boeing gibt es zur Zeit zu einem Rabatt von 20%, gemessen am Hoch im März. Der nächste Widerstand liegt bei 375$, die nächste Unterstützung bei 340$. Der RSI liegt im normalen Bereich bei 45.

 

 

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